Amaru Reto Schenkel
Amaru Reto Schenkel ist 1991 als Adoptivkind in die Schweiz gekommen und hat die Schulzeit absolviert. Er betreibt seit seinem 12. Lebensjahr Leichtathletik. Schon bald zeigte sich, dass sein Talent aud den Sprintstrecken liegt. Bereits 2003 gelang es ihm an der Juniorenschweizermeisterschaft über 80 Meter seinen ersten Titel zu gewinnen. In der Zwischenzeit schaffte er es weitere Male aufs Podest. So holte er 2005 den Titel über 100 und 200 Meter. Über 200 Meter resultierte dazu ein Schweizerrekord in seiner Alterskategorie.Das Jahr 2006 begann gut, bereits bei seinem Rennen über 100 Meter schaffte er die Limite für die Teilnahme an der Junioren-Weltmeisterschaft in Peking. An der Schweizermeisterschaft der Aktiven in Olten lief er nach 36 Jahren einen neuen Schweizer Juniorenrekord. Auch mit der Staffel lief es gut. Darum möchte er sich 2007 mit seinen Kollegen für die Weltmeisterschaft in Japan qualifizieren.
Nach Peking 2008 sind die Olympischen Spiele 2012 sein grosses Ziel. Dort will er mit der Weltspitze mithalten. Das Potential dazu hat er, wie seine bisher erbrachten Leistungen zeigen.
Neben dem täglichen Training absolviert Amaru Reto Schenkel eine Sporthandelsschule um sich auch beruflich eine Basis zu schaffen.
- 100 m: 10.45 sec
- 200 m: 21.06 sec
- 2009 Aktiver Staffelrekord 38.78 und U23 Schweizer Staffelrekord
- 2008 Schweizer Staffelrekord
- 2007 Junioren-EM (NL) 100 m 5. Platz
- 2006 Junioren-Schweizerrekord 100 m und 60 m Indoor
- 2005 Schweizermeister Junioren 100 m und 200 m
- 2005 Schweizermeisterschaft Aktiv Indoor 60 m 3. Platz
- 2005 Junior Games Helsinki (FIN) 1. Rang
- 2004 Schweizermeister Junioren 100m
- Amaru, ein langer Winter liegt hinter dir. Wie bist du mit deiner Hallen-Saison zufrieden?
- Für mich wars die bisher beste Hallen-Saison meiner Karriere, sowohl vom Laufgefühl wie von der Einstellung her. In meinen Rennen war ich meist locker, aber konzentriert. Im Vergleich zu früher lief ich mit weniger Kraftaufwand schnellere Zeiten. Nur bei meiner neuen Bestzeit (6,80 über 60 m) hätte ich noch ein bisschen mehr erwartet.
- An den Hallen-Schweizermeisterschaften sah man dich vor dem Start Faxen machen mit Sprintkollege Kwasi Asante Ofosu. Täuscht der Eindruck, oder bist du diesbezüglich auch lockerer geworden?
- Nein, das stimmt tatsächlich, auch wenn die Hallen-SM danach aus bekannten Gründen nicht ganz nach meinem Gusto lief. Vor und während des Wettkampfs hatte ich jedoch grossen Spass. Spass an der Leistung. Spass, da rauszugehen und mein Bestes zu geben. Man darf nicht alles immer so verbissen sehen.
- Spass als Triebfeder für den Erfolg?
- Genau, erinnern wir uns doch mal an unsere Kindheit, meinetwegen an den Kindergarten: Wo waren wir stets am besten? Bei dem, was wir am liebsten taten, oder? Spasshaben und Leistungserbringung stehen sich also nicht im Weg. Im Gegenteil, das eine bedingt und fördert das andere.
- Nur, gänzlich ohne harte Arbeit gehts wohl auch bei dir nicht. Wo hast du zuletzt im Training den Fokus gelegt?
- Ich hab bei meinen Läufen vor allem auf die Lockerheit geachtet. Aufs Rollenlassen. Die Kraft war ja schon immer da, jetzt muss ich das Gefühl finden und die Technik umsetzen. Dabei ist alles auf den Sommer ausgerichtet.
- Bereit für die Olympiasaison?
- Klar freue ich mich, dass es bald losgeht. Bereit bin ich aber noch nicht ganz. Bis am 26. April weile ich im Trainingslager in Südafrika. Danach will ich früh in die Saison einsteigen, um den Rhythmus möglichst rasch zu finden.
- Wie lautet deine Prioritätenliste?
- Wie gesagt: Der Spass und die Freude sollen an erster Stelle kommen. Dann klappts auch mit den Resultaten. Meine persönliche Bestleistung – 10,45 über 100 m – sollte ich diesen Sommer schon unterbieten können, um auch für die Olympiastaffel gesetzt zu sein.
- Und wie stehen die Chancen für die Schweizer 4x100-m-Staffel, sich für Peking zu qualifizieren?
- Die Qualifikation dürfte vom Potenzial her kein Problem sein. Ich gehe sogar noch weiter und behaupte, wir schaffen es in Peking in den Olympia-Final der besten acht. Schliesslich können wir uns bloss selber schlagen.
- Welche Rolle spielt dabei dein Trainer Lucio di Tizio?
- Ganz einfach: Lucio ist der Capo und die Staffel sein Baby. Er wird dafür sorgen, dass jeder in der Staffel alles für den anderen gibt, egal, ob Start-, Kurven-, Schluss- oder Ersatzläufer.
- Was hältst du von der gegenwärtigen Diskussion um einen Olympiaboykott?
- Ein Boykott käme für mich nicht in Frage. Die chinesischen Verantwortlichen betreiben das derzeit schlechteste Marketing der Welt. Grund genug, dort hinzugehen und ihnen das persönlich zu sagen.
- Vor zwei Jahren warst du an den Junioren-Weltmeisterschaften in Peking. Was ist dir aufgefallen?
- Die Chinesen sind top organisiert, handeln bisweilen jedoch wie Roboter. Das System muss ein Alptraum sein für Freigeister, wie ich es einer bin. :-)
Das Team
Lucio di Tizio – Trainer und Maestro
Lucio di Tizio ist mehr als ein Trainer. Er ist der „Maestro“ schlechthin: Vollblutleichtathlet, Analyst,
Psychologe, Sportphilosoph, Coach und Mentor von Reto Amaru Schenkel in Personalunion. Mit seinem Athleten
Lucio di Tizio die Leidenschaft, das Feuer und das Ziel, sich fortwährend zu verbessern. Ausserdem weiss der
alte Fuchs genau, wie und wo er seinen jüngsten Juwel noch schleifen muss.
Lehrte der Italiener früher seinen Landsleuten das Sprinten, so hält er inzwischen die Schweizer Garde auf
Trab. Angestellt als Disziplinentrainer bei Swiss Athletics und dem LC Zürich, betreut Lucio di Tizio sowohl
Einzelathleten als auch die nationale 4x100-m-Staffel. Aber aufgepasst: Sein Auge sieht alles – und seine
Zunge ist nicht selten schneller als die seines hoffnungsvollen Schützlings.
Thomas Spielmann
Geboren: 29. Juni 1951
Funktion: Mentaltrainer
Thomas Spielmann, geb. 1951, ist Fachpsychologe für Psychotherapie FSP.
Er ist verheiratet und seit bald 38 Jahren mit seiner Partnerin zusammen.
Verschiedene Sportarten hat er wettkampfmässig ausgeübt, u.a.
Leichtathletik, Fussball, Handball, Tennis und Tischtennis.
Thomas Spielmann ist ein Energiepaket, stehts in Bewegung und steht’s gut gelaunt.
Mit seiner Positiven Stimmung und der Freude am Leben steckt er Amaru Schenkel
immer wider an. Thomas ist für Schenkel nicht nur ein guter Mentaltrainer sonder
auch ein sehr guter Freund von Amaru.
Marco Cribari
Geboren: 7 Juli 1985
Club: LCZ
Coach: Lucio di Tizio
Spezialdisziplin: 200 m
Zusatzdisziplin: 100 m
EM-Teilnehemer mit der 4x100-m-Staffel,
WM-Teilnehmer über 200m
Beruf: Medizinstudent
Mitglied der Schweizer Nationalmannschaft
Funktion: Trainingspartner
Marco Cribari ist ein hervorragender 200-m-Sprinter und
Inhaber des Schweizer U23-Rekords.
Marco zeichnet sich durch seine Bescheidenheit
und seine charismatische Art aus. Marco, auch
Cribi genannt, ist ein langjähriger Trainingspartner
und zählt zu Amarus besten Freunden.
Erwin Leo Müller
Geboren: 28. August 1987
Club: LCZ
Coach: Lucio di Tizio
Spezialdisziplin: 100 m
Zusatzdiziplin: 200 m
Beruf: Kaufmännischer Angestellter (Broker) in der Versicherungsbranche
Funktion: Trainingspartner
Erwin Leo Müller ist ein charmanter, smarter Herr, der stets für seine Ziele arbeitet und sie nicht aus den Augen verliert. Enger Freund von Amaru.
Rolf Malcolm Fongué
Geboren: 25. November 1987
Club: LCZ
Coach: Glen Mills
Coach: Lucio di Tizio
Spezialdisziplin: 100 m
Zusatzdisziplin: 200 m
Beruf: Detailhandelsverkäufer
Mitglied der Schweizer Nationalmannschaft
Funktion: Trainingspartner
Rolf Malcolm Fongué: Ein Herr, der seit seinem achten Lebensjahr vom 100-m-Sprint träumt. Er ist ein selbstbewusster,
zielstrebiger Athlet, der in seiner Disziplin schon ein Stück um die Welt gekommen ist, wie unter anderem seine
Teilnahme an der U20-WM in Peking oder seinen halbjährigen Trainingsaufenthalt in Jamaika zeigen.
Rolf Malcolm zählt zu den engsten und wertvollsten Freunden von Amaru, und ist ein super Trainingspartner.
Simone Oberer
Geboren: 8. April 1980
Club: LCZ
Coach: Corinne Schneider-di Tizio, Lucio di Tizio
Spezialdisziplin: Siebenkampf
Nebendiziplinen: Weitsprung, 100 m Hürden
zweifache WM- und EM-Teilnehmerin
Beruf: Studentin der chinesischen Medizin
Mitglied der Schweizer Nationalmannschaft
Simone Oberer ist das Nonplusultra im Schweizer Siebenkampf, trainiert oft mit Amaru Reto Schenkel zusammen.
Auch Privat pflegen sie einen guten, freundschaftlichen Kontakt.