Amaru Reto Schenkel

Ziele

Nach Peking 2008 sind die Olympischen Spiele 2012 sein grosses Ziel. Dort will er mit der Weltspitze mithalten. Das Potential dazu hat er, wie seine bisher erbrachten Leistungen zeigen.

2010

  • » EM-Selektion und erreichen des Halbfinals

2011

  • » WM-Selektion und Angriff auf CH-Rekord

2012

  • » CH-Rekord
  • » EM-Selektion Final
  • » OS-Selektion und erreichen des Halbfinals

2013

  • » PB verbessern (Vorbereitung auf EM 2014 Zürich)

2014

  • » EM-Podestplatz in Zürich

Mit dem Hunger und Herzen eines Löwen

Suisse Men 4x100m „Every Man is the Architect of his own Future.“ So stehts auf dem rechten Unterarm von Amaru Reto Schenkel. Das Tatoo ist mehr als ein Lebensmotto. Es ist eine Aussage. Eine Aussage, die von Wille und Verantwortung zeugt. Wille, sein Schicksal selber zu bestimmen und die Verantwortung für sein Handeln, respektive Nichthandeln zu übernehmen.

Amaru Reto Schenkel lebt danach. Tag für Tag. Mit drei Jahren als Adoptivkind aus Togo in die Schweiz gekommen, lernte er rasch, sich durchzusetzen. „Den Schweizern geht’s zu gut, um hart für eine Sache zu kämpfen“, lautet einer seiner Standardsätze. Schweizer ist Amaru Reto Schenkel zwar auch – zumal noch äusserst stolzer –, aber seine Ziele verfolgt er mit dem Hunger und Herzen eines Löwen.

Dass der Löwe bisweilen brüllt und Zähne zeigt, liegt in der Sache der Natur. Auch muss der König der Tiere, und sei er erst ein Prinz, sein Territorium immer wieder neu abstecken. Wenn man Reto Amaru Schenkel also etwas nicht vorwerfen kann, dann falsche Bescheidenheit. Nicht ihm, der sich als Junior mit den Worten zitieren liess, er werde dereinst Sportgeschichte schreiben.

Amaru Reto Schenkel mag deshalb provozieren. Polarisieren. Tatsache ist, dass der Athlet von Lucio di Tizio sein Tun und Lassen kritisch hinterfragt. Wer schon mal Gelegenheit hatte, mehrere Stunden mit dem Sprinter des LC Zürich zu debattieren, merkt schnell: Amaru Reto Schenkels Horizont reicht weit über den eigenen Mikrokosmus hinaus. Kommt hinzu, dass Löwen vorzugsweise im Rudel jagen.

Die eindrücklichste Jagd gelang Amaru Reto Schenkel 2007 mit dem Staffelteam an den U20-Europameisterschaften. Zum einen weil der Leader seine Kollegen perfekt auf die Beute, sprich Gegner einstimmte. Zum anderen weil er den Worten als Schlussläufer auch Taten folgen liess. Dabei hielt er sich eigentlich bloss an seine Prinzipien: Verantwortungsbewusstsein und der Wille zur Selbstbestimmung.

Von Manuel Stocker